Tourismus und Stadtmarketing Enns GmBH

Fresko im Frauenturm

Der Innenraum des Frauenturms besticht durch die Wandmalereien in Mischtechnik, die der Malerschule St. Florian zugeschrieben und zwischen 1320 und 1360 datiert werden.

Der Frauenturm

Das Untergeschoss des Turmes weist große Steinquader auf, die eine Ähnlichkeit mit der unteren Zone des Turmes der St. Laurenz Basilika haben. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es sich hier um Steine aus dem zerstörten römischen Legionslager Lauriacum handelt.

Der Turm zeigt an der Süd- und Nordseite im Putz erhaben gebildete Kreuze, die in der Forschung als Johanniterkreuze gedeutet werden.

Die Wallseer, die 1309 die Burghut, Gericht und Maut zu Enns als Pfand vom Landesfürsten erhielten, errichteten zwischen 1326 und 1338 in Enns ein Pilgerhospiz. Es bestand aus dem Hospiz und der Kapelle im Frauenturm. Enns lag damals am europäischen Jakobspilgerweg, der von Danzig über Prag und Freistadt kommend ab Enns in westlicher Richtung weiterführte durch die Schweiz, Frankreich und den Norden Spaniens nach Santiago de Compostela.


Die Kapelle erreicht man über eine, für die Anlage eines Johanniterhospizes typische, Stiegenanlage an der Außenseite des Turmes. (Besichtigung im Zuge einer Führung)
Der Innenraum besticht durch die Wandmalereien in Mischtechnik, die der Malerschule St. Florian zugeschrieben und zwischen 1320 und 1360 datiert werden.
Das gotische Gewölbe hat einen blauen, gesternten Himmel, verschiedenfarbig ornamentierte Kreuzrippen mit einem Schlussstein. Die Südwand: Links vom Fenster Hl. Laurentius, Patron der Armen und Notleidenden. Erste Figur rechts vom Fenster: Hl. Dorothea, Patronin der Gärtner, der Neuvermählten und Wöchnerinnen. Sie trägt als Attribut einen Korb mit Äpfel und Rosen. Zweite Figur: Hl. Martha von Bethanien, Patronin der Hausfrauen, Köchinnen und Dienstmägde. Ihr Attribut ist der Drache Tarascus, den sie, der Legende zufolge, im Rhonetal mit Kreuz und Weihwasser besiegte und an ihrem Gürtel nach Arles geführt haben soll.

Die Ostwand: Acht Szenen der Passion und der Auferstehung Jesu in drei Reihen übereinander angeordnet. Das chronologisch letzte Ereignis (Auferstehung) der Zyklus wird aber an die Spitze gestellt. Symbolische Bedeutung: Sieg über Leid und Tod durch den Erlöser. Die einzelnen Bilder zeigen folgende Szenen: Auferstehung, das Gebet am Ölberg, Verrat des Judas, Christus vor Pilatus, Geißelung Christi, Kreuztragung, Kreuzigung und Kreuzabnahme.

Die Nordwand: Christus als Gekreuzigter am Lebensbaum. Die Äste bilden zahlreiche Medaillons, in welchen sich kleine Brustbilder befinden, wahrscheinlich Propheten und Vorfahren Christi.

Die Westwand: Zahlreiche, schlecht erhaltene Medaillons mit Brustbildern unbekannter Personen (Heiligendarstellungen?).