Tourismus und Stadtmarketing Enns GmBH

Glocken im Stadtturm

Über 95 Steinstufen, entlang der vier Außenwände, erreichen wir die Glockenstube. Die 6 Glocken werden als Maximilian-, Marien-, Herz Jesu-, Floriani-, Josefi- und Leopoldiglocke bezeichnet.

Sagen rund um Enns

Die Rippen einer Riesin im Stadtturm

In einem Thurme der Stadt Enns befand sich an einer Kette aufgehängt, die Rippe einer Riesin. Sie ist beim Thurmbau beschäftigt gewesen und hat einen großen Steinblock, der noch im Wächterzimmer als Tisch dienen soll, in ihrer Schürze zur Stelle hinaufgetragen. Lange Zeit hing die Rippe dieser Riesin im Turm. In Hohenecks Genealogie wird berichtet, dass unter denen Schwübbogen eine Rippen Risin hanget. In den Wirren der Franzosenkriege 1809 ist die Rippe der Riesin verschwunden. Dieser Marmorblock dürfte die Altarplatte aus der ehemaligen Scheiblingskirche gewesen sein., die 1565 abgebrochen und das dabei gewonnene Material zum Bau des Stadtturms verwendet wurde.

Der Teufelstritt in Enns

Auch „Teufelshuf“ genannt, ist ein Spurstein neben der Mauer des Auersperg’schen Schlosses. Einst lebte in Enns ein Wüstling, der sich nachts hinausschlich, um seine Untaten ungestört verüben zu können. Der Teufel sah ihn bereits als gute Beute, sollte er ihn nach den letzten Tönen der Abendglocke außerhalb der Stadt ertappen können. Um ihn zu fangen, lauerte der Teufel zu Pferd in einem Hinterhalt auf ihn. Der Teufel dürfte sich aber nicht vorsichtig genug verborgen haben. Denn der Lüsterne gewahrte bei seinem nächtlichen Streifzug die feurigen Augen des Teufels, ergriff die Flucht und kam noch vor dem letzten Schlag der Abendglocke durch das Türlein in die Stadt. Der Teufel aber rutschte mit seinem Pferd auf einem Stein aus, auf dem seither ein Teufelshuf oder Teufelstritt zu sehen ist.
Dieser Spurstein befindet sich dort, wo Fürstengasse und Basteigasse zusammenlaufen und der steile Berg in das Reintal hinabführt. Das Türlein war das „Posttürl“, eine Öffnung in der Ringmauer, die heute noch vorhanden ist.

Die Turmwächterin konnte wahrsagen

Es ist nicht sehr lange her, da hauste auf der luftigen Höhe eine Türmerswitwe mit ihrem schönen Töchterlein, sie konnte in die Zukunft blicken und manch bedrängtes Herz stieg die Treppen hinauf um sein Schicksal zu erfahren. Und wenn einem was entwendet wurde, da kam er auch hinauf zur Türmerin. Die hing einen Schlüssel an einen Faden, er zeigte die Richtung an, wo der Dieb zu finden sei, das genügte schon manchmal; in einem Hause wurde Zinngeschirr entwendet, die Bäuerin verkündete, dass sie zur Türmerin hinaufsteigen werde, um den Dieb zu erfahren; siehe, eines Morgens stand das ganze entwendete Zinngeschirr im Vorhause. Schon der Ruf der Türmerin und ihrer Kunst hatte genügt, das Gestohlene zurückzuschaffen.