Tourismus und Stadtmarketing Enns GmBH

Rundgang 1: Ennser Hauptplatz und Altstadt

Ennser Hauptplatz - östliche Häuserzeile
Wir beginnen unseren Rundgang auf der südlichen Seite des Hauptplatzes. Uns präsentiert sich die „Schauseite“ des Stadtturms. Rechts (zum Turm gewendet) sehen wir die östliche Häuserzeile des Platzes mit besonders schönen, barocken Fassaden. Hervorzuheben wäre das Haus Hauptplatz 19 (altes Rathaus) Stadtmuseum mit dem schmiedeeisenen Balkon. Daneben (Hauptplatz 21) fällt besonders das vornehm wirkende Bürgerhaus auf. Im Kern gehört es noch dem 16. Jhdt. an, die Fassade ist aus der 2. Hälfte des 18. Jhdt. mit Ornamentfelder unter den Fenstern mit Rosetten, Girlanden, bzw. Grotesken und Laubwerk (Terrakotta). Das Haus Hauptplatz 25 ist ein typisches Bürgerhaus, die Barockfassade hat einen klassizistischen Einschlag.

Das große Bürgerhaus (Nr. 27) weist eine spätklassizistische Hauptfassade auf. Bis 1879 ruhte auf diesem Haus die „Badergerechtigkeit“. Die 6-achsige Nebenfassade (Stiegengassen-Seite) ist durch zwei Erker gegliedert. Auffallend sind die bei der Restaurierung freigelegten gotischen Fensternischen (vormals romanische Fensteröffnungen).

Gegenüber (Stiegengasse Nr. 4) ist ein im Baukern gotisches Haus mit Erkern, das verschiedene Baustile aufweist: Gotisch sind die Bausubstanz, die Steingewände der Fenster, der Verputz der Erker und die kleinen Fenster. Aus der Renaissancezeit haben sich erhalten: Die Bemalung am O-Eck Frau- und Hermelinmantel und das Wellenbad („laufender Hund“). Die hochgezogene Fassade mit Quadrierung und Ochsenaugen“ und dem Spruch unterhalb des ehemaligen Heiligenbildes gehören der Barockepoche an.

Ennser Hauptplatz - westliche Häuserzeile
Wieder am Hauptplatz blicken wir auf einen Teil der westl. Häuserreihe. Dominierend ist hier wohl das Gebäude (Nr. 2) der Sparkasse. Sehr schön sind hier die gotischen Lauben, die Fassade ist aus dem 19. Jhdt. Im Jahre 1661 wird es als Gasthaus zum schwarzen Adler bezeichnet. Die Pferdepost hatte hier Rast und Pferdewechsel. Das gesellschaftliche Leben der Stadt spielte sich zum Großteil in diesem Haus ab (Bälle, Konzerte, Theater). An diesem Ort wechselten u. a. Franz Schubert, Anton Bruckner die Postkutsche. 1843 nächtigte auch in diesem stattlichen Gebäude Erzherzog Johann. Im Innern (Sparkassenmuseum) ist eine herrliche Renaissance-Kassettendecke und eine Tür von 1563 erhalten. Neben dem Sparkassengebäude erhebt sich der schmale mit dreiachsiger Barock-Fassade geschmückte Bau, der im Kern wie die meisten der Häuser am Hauptplatz spätgotisch ist.

Ennser Altstadt - Bräuergasse
Wenn wir uns nun umdrehen, können wir noch die schwungvollen barocken Hausfassaden, die den Platz nach Süden abgrenzen, bewundern. Von unserer Blickrichtung aus gesehen rechts, gehen wir weiter durch die Bräuergasse. Hier fallen links ein renaissancezeitlicher Runderker (Nr. 3) und ein gotischer Erker (Nr. 5) auf. Sehr schöne Renaissancemalerei haben die Häuser 4a und die (Hausgruppe) Nr. 9. Das Haus 4a hat einen während der Woche frei zugänglichen, besonders idyllischen renaissancezeitlichen Arkadenhof. Das Haus Nr. 6 zeigt einen sehr reizvollen Erker mit den sogenannten Spionen (=kleine Fenster an der Schmalseite des Erkers).

Rechts können wir einen Abstecher durch die Bäckergasse zur Linzerstraße machen. Hier haben wir einen reizvollen Blick durch die belebte Straße in Richtung Stadtturm. Das Haus rechts (Bäckergasse 1) hat zur Linzerstraße hin eine bemerkenswerte Fassade, die wiederum die Gotik mit der Renaissance verbindet. Wenn wir in die Bräuergasse zurückkehren, grüßt an deren Ende der Bäckerturm.

Ennser Altstadt - Kirchenplatz
Wir schreiten die Gasse abwärts und kommen so auf die Rennerstraße, von der wir nun besonders eindrucksvoll den Bäckerturm, den Pfaffenturm und die dazwischenliegende hohe Stadtmauer sehen. Wir gehen entlang der Stadtmauer weiter und gelangen leicht aufwärts gehend über einige Stufen den Kirchenplatz.

Nach dem Besuch der Pfarrkirche St. Marien und der Wallseerkapelle mit ihrer recht eigenwilligen Architektur geht es nun den Kirchenplatz entlang zur O-Seite. Hier halten wir nochmals Rückschau und wenden uns zunächst dem Kriegerdenkmal zu. Es wurde vom Linzer Bildhauer Peter Dimmel 1964 geschaffen und zeigt die Apokalyptischen Reiter.

Schräg dahinter ist das kleine, sogenannte „Mesnerstöckl“, das früher die Mesner und Organisten beherbergte. Die Gedenktafel erinnert, dass Anton Bruckner, während seiner Dienstzeit in der Nachbargemeinde Kronstorf, hier Unterricht in Generalbass bei Leopold von Zenetti erhielt. Zenetti war u. a. Komponist, der leider nur im Zusammenhang mit Anton Bruckner Erwähnung findet. Über die Stiege geht’s nun abwärts über die Wienerstraße den Ennsberg ein kleines Stück hinab. Links erhebt sich die Außenmauer der landesfürstlichen Burg.

Ein Stückchen weiter unten ist der Platz des ehemaligen Stadttores, das Wienertor. Von hier aus erkennen wir (links) sehr gut niedere und hohe Stadtmauer und den dazwischen liegenden Zwinger.

Ennser Altstadt - Schloss Ennsegg
Wir schreiten der Mauer entlang „in die Stadt hinauf“ – so eine frühere Bezeichnung. Oben angelangt schweift unser Blick über die Grundfeste eines der Befestigungstürme (ehem. Fleischhackertum) über das Schloss Ennsegg hinüber zum netten Donaumarkt Mauthausen. Angrenzend – nach rechts – sehen wir bei Schönwetter die Hügellandschaft des Mühlviertels mit den Orten Allerheiligen, Windhaag/Perg, St. Thomas/Blasenstein, Pergkirchen. Nach Osten blickend sehen wir unter uns, durch Gebüsche und Bäume etwas verdeckt, die Enns, seit alters her Grenzfluss zwischen OÖ. Und NÖ.

Weiter nach rechts blickend erkennen wir das steile Dach des Ledererturms und weiter draußen die Dächer der Gablonzer Betriebe. Wenn es klar ist, kann man die Berge des Alpenvorlandes recht gut ausnehmen.

Wir steigen über die Stufen hoch und biegen rechts in die Basteigasse ein. Hier haben wir einen reizvollen Blick über die Stadtmauer hinweg zum östlichen Teil des Schlosses Ennsegg. Geradeaus weiterwandernd, erreichen wir die Schlossmauer. Von da aus haben wir einen guten Blick (links) auf das Dach eines alten Zehentspeichers, auf dem eine ganze Reihe von Dachgauben zu sehen ist.

Wir wandern am Schlosseingang - Blick in den äußeren Schlosshof - vorbei, erreichen die Mauthausnerstraße und stehen dem Frauenturm (Rest des Frauentores) gegenüber. Hinweis: Bei den Stadtführungen ist die Besichtung des Turmes miteingeschlossen, sonst Auskunft in der Touristeninformation.

Ennser Hauptplatz - nördlicher Teil
Durch die Mauthausnerstraße mit den barocken Freihäusern Nr. 9 und 5 (herrlich gegliederte Barockfassade!) gelangen wir zum nördlichen Teil des Hauptplatzes. Von allen Barockfassaden hebt sich die Renaissance-Fassade der ehemaligen Hauptwache, - Hauptplatz 7 – ab. Das Haus, sowie die Fassade, sind in den unteren Geschossen gotischen Ursprungs. Die bei der Renovierung des Hauses (1981) zum Vorschein gekommenen Malereien, die in Seccotechnik ausgeführt wurden, stammen aus der Zeit von 1650 – 1680.
Durch die in Perspektive gemalten Pilaster mit Blattwerk und Fruchtmotiven wird die Fassade vertikal unterteilt. Die Fenster zieren Steineinfassungen und in Perspektiven gemalte Architrave. Der Erker wird mit einer Figurengruppe geschmückt. Wahrscheinlich wird eine Fruchtbarkeitsgöttin, mit Fruchtkranz tragenden Halbgöttern, dargestellt.