Tourismus und Stadtmarketing Enns GmBH

Glocken im Stadtturm

Über 95 Steinstufen, entlang der vier Außenwände, erreichen wir die Glockenstube. Die 6 Glocken werden als Maximilian-, Marien-, Herz Jesu-, Floriani-, Josefi- und Leopoldiglocke bezeichnet.

Charta

Die Entwicklung der Städte und Gemeinden stützt sich unter anderem auf die Fähigkeit, eine eigene, typische Besonderheit entwickelt zu haben und diese zu vertreten, eine eigene Identität zu wahren, die auch nach außen hin erkennbar ist und im inneren Kern gelebt wird.

Das Phänomen der Globalisierung bietet uns zweifelsohne großartige Möglichkeiten zum Austausch und zur Verbreitung. Sie tendiert jedoch leider dazu, die Unterschiede zu verflachen und die ganz eigenen typischen Besonderheiten der einzelnen Realitäten zu verdecken, indem uns Durchschnittsmuster aufgesetzt werden, die niemand wirklich für sich beanspruchen kann. Sie führen daher zwangsläufig zu Mittelmäßigkeit.

Mit Rasanz entwickelt sich nun eine andersartig gelagerte Nachfrage nach neuen Lösungsansätzen. Sie zielt in Richtung einer inneren Auseinandersetzung, gekoppelt mit einer beispielhaften Ausbreitung. Damit dieses Bestreben keine elitäre Randerscheinung bleibt, soll dies im Sinne einer an der Allgemeinheit orientierten, kulturellen Bewegung erfolgen und somit von universellem Charakter sein.

Hierin liegt der Erfolg all derer, welche nach der eigenen typischen Besonderheit gesucht haben und diese in die Welt hinausgetragen haben.

Die slowcity – Mitgliedstädte /-Regionen unterzeichnen eine Reihe von Verpflichtungen, deren Einhaltung in allen Mitgliedsstädten einheitlich und in regelmäßigen Abständen überprüft wird.

Eine cittaslow erkennt man daran, dass:

  • eine Umweltpolitik gemacht wird, die als Zielsetzung den Erhalt und die Förderung von regionalen Besonderheiten und des städtischen Charakters hat, wobei Recyclingtechnik und Mehrwegsysteme bevorzugt gefördert werden;
  • eine Politik der Infrastrukturen betrieben wird, die funktionell sind für die Aufwertung der Flächen und nicht für die reine Belegung;
  • die Anwendung von Technologien zur Verbesserung der Umweltqualität und der Stadtstruktur eingesetzt werden;
  • in denen die Produktion und Verbrauch von natürlich erzeugten und umweltverträglichen Lebensmitteln angeregt wird, unter Ausschluss von genmanipulierten Produkten. Ebenso sollen, falls nötig, eigene Schutzbeauftragte eingesetzt werden, falls die regionaltypische Produktion in Schwierigkeiten ist;
  • die regionaltypischen Produkte geschützt werden, die ihre Wurzeln in der Kultur und Tradition haben und die zur regionalen Besonderheit beitragen, wobei Flächen und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um den direkten Kontakt zwischen Verbrauchern und Qualitätserzeugern zu fördern.
  • die Qualität der Gastfreundschaft gefördert wird, als eine echte Verbindung mit der Gemeinschaft mit ihrer Besonderheit. Alle Hindernisse, welche die ausgedehnte Nutzung der städtischen Ressourcen beinträchtigen sollen aus dem Weg geräumt werden.
  • bei allen Bürgern und nicht nur in den Arbeitskreisen das Bewusstsein gefördert wird in einer cittàslow zu Leben, mit besonderem Augenmerk auf die Jugend und Schulen und eine systematische Einführung der Geschmackserziehung.


Städte/Regionen, die der Cittàslow- Bewegung beitreten verpflichten sich:

  • Die Aktivitäten von Cittàslow an die Öffentlichkeit zu tragen und die eingesetzten Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Bewegung bekannt zu machen
  • Unter Beachtung den typischen örtlichen Besonderheiten, die Ansichten von Cittàslow zu vertreten und einer Überprüfung durch die jeweiligen Beauftragten der Bewegung zustimmen, wobei die vorgegebenen Bewertungskriterien für die Aktivitäten respektiert werden müssen
  • Innerhalb eines angemessenen Rahmens der eigenen Möglichkeiten, zu den vereinbarten Aktivitäten von allgemeinem Interesse und zur Koordinierung der Bewegung beizutragen.


Die Städte/Regionen haben die Möglichkeit:

  • das Logo der Bewegung für das eigene Erscheinungsbild zu nutzen und den Titel Cittàslow / Cittàslow zu führen.
  • die Nutzung des Markenzeichens allen öffentlichen und privaten Initiativen und Aktivitäten freizustellen, die zur Erreichung der Ziele der Bewegung beitragen.
  • in den Veranstaltungen mitzuwirken, die innerhalb der Bewegung durchgeführt werden, unter Einhaltung der abgesprochenen Vorgaben und Strukturen


Die Aktivitäten der Bewegung werden von den jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen bestimmt, die wie folgt festgelegt sind:

  • Bestimmung der Jahresziele und grundsätzlicher Arbeitsrichtlinien, Bewertungskriterien und der erforderlichen Kontrollorgane.
  • Durchführung der Aktivitäten von allgemeinem Interesse und Festlegung des erforderlichen Budgets, hierin enthalten auch die Kosten für Koordinierungstätigkeiten.
  • Bildung eines Koordinationskomitees für alle Aktivitäten. Es setzt sich zusammen aus Vertretern von Slow Food, den ideellen Trägerstädten, einer bestimmte Anzahl an Vertretern anderer Mitgliedsstädte, wobei die Vertretung eines jeden einzelnen Mitgliedslandes gewährleistet sein muss. Die jährliche Mitgliederversammlung, die jeweils in einer anderen Stadt stattfindet, bietet Gelegenheit zur Diskussion, im Hinblick Durchführbarkeit und Stand der Wissenschaft, das Problem der Lebensqualität in den Städten und zu einer aktuellen Bestandsaufnahme der Cittàslow

Zu den sieben Kriterien zur Bewertung der Cittàslow gehören:

  • Umweltpolitik: Nutzung alternativer und/oder regenerativer Energien; Recycling Konzept, u.a.
  • Infrastrukturpolitik: Behindertengerecht, Bürgernähe, Grünanlagen, Naherholungsgebiet u.a.
  • Urbane Qualität (urban, lat.; "städtisch"): Stadtentwicklung, Denkmalpflege, Müllkonzept, u.a.
  • Aufwertung der autochthonen Erzeugnisse (autochthon, griech.; "einheimisch") Regionale Wochenmärkte, Pflege heimischen Brauchtums, u.a.
  • Gastfreundschaft: Pflege von Städtepartnerschaften, Touristinformation, u.a.
  • (cittaslow-) Bewusstsein: PR-Arbeit für slowcity, Öffentlichkeitsarbeit, u.a.
  • Landschaftliche Qualität: Erhalt und Pflege der landschaftlichen Schönheit/Vielfalt, u.a.


Umweltpolitik

  1. Systematische und kontinuierliche Qualitätskontrolle der Luft (Emissionskontrolle und –Minimierung)
  2. Bestehende Wasserversorgungs- und –Verteilungsvorschriften. (Wasserschutzgebiete, Brunnen, Qualitätskontrolle Trinkwasser, Klärsysteme)
  3. Bestehen und Anwendung von Programmen zur Förderung und Verbreitung neuer Technologien für die Kompostierung, Förderung der Kompostierung in den einzelnen Haushalten (Biotonne, Häckselservice, Information zu Techniken der Kompostierung)
  4. Bestehende Kontrollsysteme der durch Beleuchtung ausgelöste Belastung und entsprechende Gegenmaßnahmen (Fassadenbeleuchtung, Reklame, Werbetafeln, Gestaltungssatzung)
  5. Bestehen und Anwendung von Förderprogrammen für die Nutzung alternativer Energiequellen (Sonne, Wasser, Wind, Geothermik, Biomasse,...)
  6. Bestehende Kontrollsysteme für Elektrosmog und entsprechende Gegenmaßnahmen (Mobilfunk, Hochspannung)
  7. Bestehende Lärmschutz-Kontrollsysteme und entsprechende Gegenmaßnahmen zur Lärmminderung (Lärmimmission, Gutachten, Lärmschutz)
  8. Aktive Förderung des Agenda 21 - Prozess
  9. Klare Beschilderungen. Verzicht auf überflüssige Schilder
  10. Anwendung der EMAS Richtlinien (Umweltmanagementsystem, Öko-Audit)
  11. Anwendung der ISO 9000 (Qualitätsmanagement)
  12. Anwendung der SA 8000 (Sozialmanagementsystem, Sozial-Audit)


Infrastrukturpolitik

  1. Eingerichtete und ausgestattete Grünanlagen (Pflege und Möblierung von Parks, u.ä.)
  2. Vorhandensein von Gehsteigen ohne bauliche Barrieren (Fußgängerfreundlichkeit)
  3. Behindertengerechter Zugang und Nutzung öffentlicher Gebäude
  4. Vorhandene Infrastruktur zur Förderung der alternativen Mobilität (attraktiver ÖPNV, attraktive Radwege, Fußgängerzonen)
  5. Vorhandensein von öffentlichen Toiletten mit freiem Zugang
  6. Einheitlich attraktive Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr in den Bereichen/Ämtern der Stadtverwaltung
  7. Vorhandensein einer Abteilung für Beziehungen zu den Bürgern der Stadt (Stadtmarketing, Bürgerbüro, Öffentlichkeitsarbeit, Leitbildprozess)
  8. Servicerufnummer "Lebenswerte Stadt" für die Bürger (Bürgertelefon)
  9. Vorhandensein eines Programms für Öffnungszeiten nach den Bedürfnissen der Bürger (Attraktive Öffnungszeiten)
  10. Maßnahmen zur Sicherung der Grundversorgung in der Innenstadt. Erhalt von Einrichtungen zur Grundversorgung. (Lebenswerte Innenstädte, Einzelhandel, Citymanagement)
  11. Unterstützung und Förderung öffentlicher Einrichtungen (Veranstaltungsräumlichkeiten, Sporteinrichtungen, Freizeiteinrichtungen, Soziale Einrichtungen, Angebot an Dienstleistungen, Büchereien)


Urbane Qualität

  1. Maßnahmenprogramme zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Stadtkerne und/oder der Bauten von kultureller oder historischer Bedeutung (Stadtsanierung, Denkmalpflege, Gestaltungssatzung, keine Leuchtreklame)
  2. Förderung der Nutzung von wiederverwendbaren Behältnissen (Geschirr) innerhalb der öffentlichen Strukturen (Satzung zu Ausrichtung von Festlichkeiten, Spül(Geschirr-)mobil)
  3. Mülltrennung, festgelegte Abholzeiten
  4. Förderung und Pflege regionaltypischer Bepflanzung in öffentlichem und privatem Raum (Baumschutzverordnung, Baumkataster, Pflanzungsempfehlungen, Pflanzaktionen,... )
  5. Förderung des Kontakts zwischen Stadtverwaltung und Bürgern. Einsatz verschiedenster Kontaktmedien. (z.B. virtuelles Rathaus, Medien, Bürgertelefon, Bürgerbüro, etc.)
  6. Bestehende Maßnahmen zur Sensibilisierung für Bauvorhaben nach ökologischen Prinzipien (Förderung ökologisch orientierter Bauleitplanung und Bebauung)
  7. Bestehende Programme und Aktivitäten zur Aufwertung und Nutzung der Altstadt (Stadtmarketing, Citymanagement)
  8. Zukunftsorientierte Flächenerschließung. Flächensparende Stadtentwicklung (Nachverdichtung)
  9. Stadtgeschichte als Entwicklungspotenzial erkennen und nutzen


Aufwertung der autochthonen (traditionellen, regionaltypischen) Produktion

  1. Auswahl der regionaltypischen Erzeugnisse jeglicher Art (Bestandsaufnahme, Katalogisierung, regelmäßige Überprüfung)
  2. Förderung und Erhalt von lokalen kulturellen Veranstaltungen (Wahrung von regionalen Besonderheiten in Kultur und Tradition, Förderung entsprechender Veranstaltungen)
  3. Entwicklungsprogramm "Märkte" für Naturprodukte, Förderung von aufwertenden Angebotsflächen (Regionale Märkte, Direktvermarkter, Wochenmärkte, Regionalläden, ...)
  4. Programme zur Geschmacks- und Ernährungserziehung (Sinnesschulungen)
  5. Programme zur Sensibilisierung für natürliche Produktionsweisen
  6. Programme zur Förderung der biologischen Landwirtschaft und Zertifizierung der Erzeugnisse
  7. Maßnahmen zur Aufwertung der Ernährungstradition
  8. Förderung traditioneller Produkte und Erzeugnisse der Stadt
  9. Erhalt und Förderung landschaftstypischer Bewirtschaftungsweisen


Gastfreundschaft

  1. Bestehendes System der Verifizierung für die Einhaltung der Versprechungen in den Broschüren der öffentlichen Lokale (Qualitätsmanagement und Kontrolle der Hotellerie und Gastronomie
  2. International verständliche Beschilderung.
  3. Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten in der Touristinformation. (kompletter Sektor Tourismus. Themen: Serviceorientierung, Herzlichkeit, Offenheit, Qualitätsorientierung)
  4. Bestehen von Rundgängen für Touristen, ausgeschildert und mit Beschreibung.
  5. "slow" - Führungen durch die Stadt. Erstellen einer entsprechenden Broschüre. (slow-Themenführung)
  6. Bestehende bewachte Parkplätze in zentrumsnaher Lage
  7. Politik der Gastlichkeit. Besucherorientierte Konzepte bei großen Veranstaltungen
  8. Förderung von Initiativen die den Cittàslow - Zielen nahe stehen.
  9. Pflege von Städtepartnerschaften ( nicht nur Cittàslow)


(cittaslow-) Bewusstsein

  1. Serviceheft der Cittàslow / Regionen (Infobroschüre)
  2. Markenzeichen der Cittàslow (Logo)
  3. Einsatz des Cittàslow - Logos auf den Druckunterlagen der Stadtverwaltung (z.B. Briefpapier etc.) (Schaffen eines internationalen CDs/CIs)
  4. Bestehen von Programmen zur Verbreitung der Aktivitäten der Bewegung. (PR-Arbeit für Cittàslow)
  5. Eigens eingerichtete Website mit den in der Stadt durchgeführten Cittàslow - Inhalten
  6. Angebot von sozialen Leistungen in der Stadt: z.B. Freizeitangebot, Hilfeleistungen auch zuhause von alten Menschen und chronisch Kranken, ...
  7. Programme für die finanzielle Unterstützung der Umsetzung der Cittàslow - Kriterien und Verbesserungsmaßnahmen (Berücksichtigung im Haushalt, Handlungsprogramm)
  8. Bestehendes städtisches Mitteilungsblatt mit Artikeln zu den Cittàslow -Initiativen und Verbreitung in der nationalen Presse (Öffentlichkeits- und Informationsarbeit)
  9. Programme zur Entwicklung von Initiativen unter Einbeziehung der "opinion leaders" (lokale Meinungsbildner) und der lokalen Unternehmen zur Umsetzung der Kriterien (Information und Arbeitskreise)
  10. Zusammenarbeit mit Kantinen und Mensen zur Etablierung der Cittàslow Grundsätze
  11. Maßnahmen zur Förderung der regionalen Identität und des regionalen Selbstbewusstseins in der Bevölkerung
  12. Förderung der Umweltbildung

Landschaftliche Qualität

  1. Erhalt und Pflege der landschaftlichen Vielfalt
  2. Erhalt und Pflege der landschaftlichen Eigenart
  3. Erhalt und Pflege der landschaftlichen Schönheit
  4. Erhalt der historisch gewachsenen typischen Kulturlandschaft
  5. Schaffen regionalverträglicher Entwicklungskonzepte
  6. Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe
  7. Förderung eines Biotopverbundsystems